Resilienz bedeutet für mich nicht, unverwundbar zu sein.
Ich glaube sogar, dass dieser Gedanke gefährlich ist. Niemand ist immer stark. Niemand geht ohne Zweifel, Enttäuschung oder Schmerz durch das Leben. Auch im Spitzensport nicht. Auch in Führungsrollen nicht. Auch nicht als Mensch, der nach außen oft stark wirkt.
Resilienz bedeutet für mich etwas anderes: Erfahrungen einordnen. Unterstützung annehmen. Verantwortung übernehmen. Und irgendwann wieder den nächsten Schritt gehen.
Im Fußball habe ich gelernt, dass Selbstvertrauen nicht einfach da ist. Es entsteht durch Wiederholung, Erfahrung und durch Situationen, in denen du auch nach Fehlern weitermachst. Du spielst einen schlechten Pass und bietest dich trotzdem wieder an. Du verpasst eine Chance und gehst trotzdem in den nächsten Zweikampf. Du verlierst ein Spiel und musst trotzdem wieder trainieren.
Genau darin liegt für mich ein wichtiger Gedanke: Resilienz ist wie ein Muskel. Sie wird stärker, wenn wir sie trainieren.
Aber Training heißt nicht, Rückschläge schönzureden. Es heißt, ihnen nicht die Macht zu geben, unseren ganzen Weg zu bestimmen.
Ich habe selbst erlebt, wie schwer Niederlagen sein können. Sportliche Niederlagen. Berufliche Brüche. Persönliche Herausforderungen. In solchen Momenten hilft es nicht, so zu tun, als wäre alles leicht. Es hilft aber, ehrlich hinzuschauen: Was ist passiert? Was war mein Anteil? Was kann ich lernen? Wer oder was hilft mir jetzt?
Resilienz entsteht nicht allein. Menschen brauchen Menschen. Wir brauchen Vertrauen, Gespräche und manchmal auch den Mut, Schwäche zu zeigen.
Für Unternehmen ist das genauso wichtig. Teams werden nicht dadurch resilient, dass sie nie Fehler machen. Sie werden resilient, wenn sie offen mit Fehlern umgehen, Verantwortung teilen und wieder handlungsfähig werden.
Rückschläge müssen nicht das Ende eines Weges sein.
Manchmal sind sie der Moment, in dem Entwicklung beginnt.
